Aysberg-Blog Weblog einer Internetagentur

Website, Webseite, Homepage? Eine Begriffsdefinition

Freitag, 16. März 2007 von Jan Kurschewitz
13 Kommentare

Wir Webentwickler diskutieren über Vorteile von Trackbacks gegenüber Pingbacks, erklären einander die exakte Formel zur Berechnung des Google Pageranks und kennen alle Web-2.0-Dienste und die Feinheiten der Bedienung von Social Networks. Und wenn man mit den „normalen Leuten“ da draußen spricht – in unserem Falle Interessenten und Kunden unserer Internetagentur? Große Augen, Ehrfurcht oder abfälliges Kopfschütteln.

Die Menschen jenseits unserer Agenturwände tun sich manchmal schwer mit dem Thema Internet. Ohne oberlehrerhaft sein zu wollen hier mal ein paar Begriffe, die als Grundlage jegliches Internetwissens gelten sollten. In manchem Vorgespräch hakelt es nämlich schon hierbei: „Waaas? Für eine Webseite verlangen Sie solche Preise?“ Das Problem: Ich benutzte ständig das wohl doch nicht so geläufige Wort „Website“…

Homepage, Website, Internetauftritt

Ein paar grundlegende Begriffe

  • Eine Website (von engl. Site – Grundstück, Gelände) bezeichnet den gesamten Internetauftritt (auch Webpräsenz), bestehend aus miteinander per Hyperlink verknüpften Einzelseiten, mit Bildern, Downloads, etc. Das „Site“ taucht auch in der Sitemap, also der englischen Bezeichnung für das Inhaltsverzeichnis wieder auf.
  • Die einzelnen Bestandteile einer Website sind die Webseiten (im Englischen als Webpages oder ganz einfach Seiten, Einzelseiten oder Unterseiten bezeichnet). „Webside“ dagegen ist wirklich falsch, da hier „Seite“ im Sinne von „seitlich“ verwendet wird.
  • Homepage ist der englische Begriff für die Startseite. In der Navigation oft mit „Home“ abgekürzt – wobei es Untersuchungen gibt, dass im Deutschen das Wort „Startseite“ am geläufigsten ist. Mit Homepage wird hierzulande oft auch die gesamte Internetpräsenz mit allen Einzelseiten bezeichnet, was häufig Ursache für kleine Missverständnisse ist: „Wir brauchen eine Homepage“ – „Nein, Sie brauchen eine Website“!
  • Das Internet ist die technische Grundlage für viele Dienste. Einer davon ist das World Wide Web (WWW), ein anderer sind z.B. E-Mail, FTP, Internet-Telefonie. Alle Anwendungen/Technologien nutzen die Kabel, Server und Knoten des Internets. „Wir sind jetzt auch im Internet“ soll oft heißen „wir haben jetzt auch eine Website“. Andererseits ist diese Aussage doch wieder ok, da jeder, der eine Website hat auch E-Mail und andere Internetdienste nutzt.
  • Mit Webdesign (auch „Web Design“) bezeichnen viele die Gestaltung einer Webseite, andere aber auch zusätzlich die Umsetzung des Designs in HTML-Code, Cascading Style Sheets und Java Script. Häufig ist damit sogar die komplette Entwicklung von A bis Z gemeint. Wir nennen das dann lieber Webdevelopment oder Webentwicklung.
  • „Wir suchen einen Webdesigner“ mag für ein Geschäft, das eine Image-Website erstellen möchte noch zutreffen. Besser bedient wären sie vielleicht mit einem Webentwickler (Web Developer), der sie auch jenseits von Gestaltung und HTML-Umsetzung berät, konzipiert, programmiert und Suchmaschinenoptimierung betreibt. Daher ist der vollständige Name unserer Internetagentur auch „Aysberg Web Development GmbH“.

Was meinen Sie?

War das hilfreich? War Ihnen das schon immer so klar? Hätten sie gerne mehr davon? Dabei ist natürlich interessant, ob Sie „normaler Internet-Konsument“ oder in irgendeiner Weise in der IT-Branche tätig sind? Über Ihre Kommentare oder auch Kritik (“das ist ja Haarspalterei“) würde ich mich freuen!

Autor-Icon Jan Kurschewitz | Datums-Icon Freitag, 16. März 2007, 12:14 Uhr
Kategorie-Icon Allgemein, Webdesign
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13 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kommentar 1
    Autor-Icon Walter Walser
    Datums-Icon 23. März 2007 um 12:59 Uhr

    Die Verwendung korrekter Begriffe zeichnet einen Profi aus.

    Mit dem Wort Homepage für Internetauftritt haben leider die Medien angefangen. Mal wird HP für den Auftritt, mal für die Homepage verwendet. Spätestens hier ist dann das Chaos perfekt.

    Kurzum: Finde es sehr gut, wenn Sie die richtigen Begriffe verwenden.

  2. Kommentar 2
    Autor-Icon Achim Meurer
    Datums-Icon 24. März 2007 um 12:54 Uhr

    Das mit den richtigen Begriffen ist ja schön und gut, doch letzt endlich kommt es doch erst einmal darauf an, dass man den Kunden versteht und der Kunden mich versteht, oder? Wie man das Kind dann nennt, ist doch erst mal egal. Und ich finde es dann recht dämlich, wenn ich den Kunden in einem Aquise Gespräch erst einmal korrigiere. Das zeichnet dann nicht den Profi aus, sondern den Klugsch* :)

    Dennoch sollte man die richtigen Begriffe dann parat haben, wenn es drauf ankommt ;)

    Aber auch hier ist ja nicht gesagt, wenn man die richtigen Begriffe beherrscht, dass man auch ein Profi ist, oder? Ich kenne genügend „Kollegen“, die sehr wohl eine Definition von „SEO“ einem geben können, dennoch nicht in der Lage sind, genau dies professionell und seriös zu leisten.

    Meine Erfahrung: Spreche mit dem Kunden in seiner Sprache – das bringt’s!

  3. Kommentar 3
    Autor-Icon Jan Kurschewitz (Aysberg)
    Datums-Icon 24. März 2007 um 15:22 Uhr

    Absolute Zustimmung, Achim!

    Kann nicht sein, dass man dem Kunden erstmal ein Lexikon in die Hand drückt – oder ihn auf diesen Beitrag stößt. Dazu IST man ja Dienstleister, um dem Kunden möglichst viel abzunehmen und NICHT über Fachbegriffe zu sprechen. Das im Beitrag erwähnte Mißverständnis ist natürlich etwas überspitzt dargestellt.

    Ich erinnere mich an ein Kundengespräch mit einem Geschäftspartner, wo zu allem Unglück noch ein Techie der Firma hinzukam und die beiden sich wild über Datenbankanwendungen unterhielten. Die Augen unseres Ansprechpartners wurden immer größer. Und aus dem Auftrag wurde nichts…

  4. Kommentar 4
    Autor-Icon Jörg
    Datums-Icon 3. April 2007 um 19:08 Uhr

    Also ich sehe das so:
    Es mag ja gut und schön sein, wenn die Begriffe nochmals genau geklärt werden. Aber wenn ich auf meiner Seite zuviele Fachbegriffe verwende, dann versteht der Kunde mich nicht. Er mag einen positiven Eindruck gewinnen, ist aber nicht bereit, für Sachen zu zahlen, die er nicht versteht oder verstehen will. Ein Problem, was viele nicht verstehen.

  5. Kommentar 5
    Autor-Icon Jan Kurschewitz (Aysberg)
    Datums-Icon 3. April 2007 um 19:18 Uhr

    An Achim und Jörg: Ich hoffe, mein Beitrag kommt nicht belehrend ober überheblich rüber. Ich denke ja genau so wie Ihr und behaupte, dass Aysberg sich genau darin von anderen abhebt: Zumindest werden unsere Vorgespräche und Konzepte (die ersten Berührungspunkte mit Interessenten) immer als sehr verständlich gelobt.

    Andererseits ist es doch nicht verkehrt, grundlegende Begriffe zu erläutern – für den, der es wissen will?!

  6. Kommentar 6
    Autor-Icon Adonis
    Datums-Icon 31. Mai 2010 um 09:04 Uhr

    Fachbegriffe sollte man immer verwenden – das wirkt professionel und zeigt das man ahnung hat – wenn man es danach noch mal für leihen erklären muss dann ist es eben so.

  7. Kommentar 7
    Autor-Icon CoCo
    Datums-Icon 8. Oktober 2010 um 15:12 Uhr

    Genau so isses! Danke dafür.

  8. Kommentar 8
    Autor-Icon Kreativer
    Datums-Icon 16. Januar 2013 um 15:00 Uhr

    :-D …. schon lustig so einen alten Bericht HEUTE zu lesen. Die Begrifflichkeiten werden ja heute jedem in die Wiege gelegt :-D ….

  9. Kommentar 9
    Autor-Icon Sager
    Datums-Icon 22. April 2016 um 09:56 Uhr

    @Kreativer: Denkste…!

  10. Kommentar 10
    Autor-Icon Sven
    Datums-Icon 2. November 2016 um 09:48 Uhr

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Immer wieder ein sehr spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen

  11. Kommentar 11
    Autor-Icon Andreas Münch
    Datums-Icon 13. Dezember 2016 um 13:55 Uhr

    Wird in dem Artikel „Webseite“ nicht auch falsch verwendet?

    „[…] Mit Webdesign (auch „Web Design“) bezeichnen viele die Gestaltung einer Webseite, […]“

    Hier müsste doch stehen:
    „[…] Mit Webdesign (auch „Web Design“) bezeichnen viele die Gestaltung einer Website, […]“

    Denn das Webdesign bezieht sich ja wohl nicht nur auf eine Unterseite.

  12. Kommentar 12
    Autor-Icon Marvin
    Datums-Icon 5. April 2017 um 07:29 Uhr

    Schöner Artikel, um endlich mal Klarheit zu schaffen. Auch wenn es eigentlich karl sein sollte.

  13. Kommentar 13
    Autor-Icon Jürgen
    Datums-Icon 11. Oktober 2017 um 23:30 Uhr

    Es ist irgendwie traurig, dass es bei manchen in der heutigen Zeit noch immer eine gewisse Unklarheit bei dem Thema gibt.
    Schöner Artikel, nicht zu lang und nicht zu kurz. Gut erklärt – gefällt mir sehr!

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