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Webseiten werden immer dicker

Dienstag, 27. Mai 2008 von Jan Kurschewitz
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HüftgoldDie Internetagentur WebsiteOptimization hat analysiert, in welchem Maße die Dateigröße von Webseiten zugenommen hat. Seit 2003 um das Dreifache! Galt Ende der Neunziger, zu Zeiten von Modemverbindungen, noch die Regel „nicht größer als 10 bis 20 kB“, kümmert sich heute kaum noch eine Agentur um bandbreitenschonende Webseiten.

Ergebnisse der Untersuchung

„Within the last five years, the size of the average web page has more than tripled, and the number of external objects has nearly doubled. While broadband users have experienced somewhat faster response times, dial-up users have been left behind“.
Diagramm zur Visualisierung der zunehmenden Dateigröße von Webseiten

Der vollständige Beitrag auf WebsiteOptimization.com (auf Englisch)

Trotz der Verbreitung von DSL sollte man die Dateigröße und die Menge der einzelnen Objekte einer Website nicht vernachlässigen. Auf dem Land ist DSL nicht so stark verbreitet, so dass auch manch abgelegene Firma noch mit ISDN-Geschwindigkeit surft – im Ausland ist DSL ohnehin nicht so verbreitet. Überhaupt nimmt die Ladezeit mit steigender geografischer Entfernung zu – trotz ausgebauter Internet-Backbones. Und ganz wichtig: Viele Privat‑ und Selten-Nutzer wählen sich auch weiterhin über ISDN ins Internet ein.

Was will der Nutzer?

Entscheidend ist also immer die Zielgruppe. Wir waren Ende 2007 an der Entwicklung eines Portals für eine mittelgroße Stadt in Bayern beteiligt. Eigentlich ein gelungenes Projekt, nur leider ging man in der Verwaltung davon aus, „dass doch heute jeder DSL hat“. Doch gerade als öffentliche Einrichtung sollte die schnelle, transparente Information im Vordergrund stehen und nicht übergroße Fotos, Flash-Animationen und JavaScript-Effekte. Da wir an dem Projekt nur als Outsourcing-Partner einer Münchner Agentur beteiligt waren, können wir die Stadt hier nicht beim Namen nennen.

Bei der Webentwicklung gilt für uns weiterhin „schlank ist gut“. Folgende Maßnahmen fallen mir spontan ein:

  1. Handgeschriebener HTML-Code (statt aufgeblähtem, von WYSIWYG-Editoren erzeugtem Quellcode).
  2. Strikte Trennung von Inhalt und Layout (HTML für Inhalte und Cascading Style Sheets für die Steuerung des Designs).
  3. Grafiken komprimieren, ohne dass die Qualität zu sehr leidet (JPEG-Kompression, GIFs mit kleiner Farbpalette).
  4. Menge derObjekte reduzieren und über die gesamte Website „wiederverwerten“ (Includes, CSS-Dateien, Script-Dateien, Grafiken, etc.).
  5. Serverseitige Programmierung optimieren (strukturierte Programmierung, Caching, schneller Provider, etc.).

Unsere derzeitige Startseite ist mit ihren 110 kB also eher schlank und besteht aus nur 22 einzelnen Elementen. Zum Vergleich: Ein Portal wie Stern.de bringt es auf 1044 kB und 139 Elemente, wobei man ein Nachrichtenportal nicht mit einer Agentur vergleichen kann. Daher noch die grünen Jungs von der Konkurrenz hier aus Freising: 390 kB und 41 Elemente.

(via BasicThinking)

Autor-Icon Jan Kurschewitz | Datums-Icon Dienstag, 27. Mai 2008, 9:53 Uhr
Kategorie-Icon Technik, Webdesign
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