Durch unseren Büroumzug werden auch neue Visitenkarten fällig. Da beschäftigt man sich ganz plötzlich wieder mit nebensächlichen Details. Z.B. wie man seine Telefonnummer schreiben soll. Sehe ich mir die in den letzten Jahren gesammelten Visitenkarten an, kann von einer einheitlichen Schreibweise nicht die Rede sein. Obwohl es seit über sechs Jahren die DIN 5008 gibt!
Die Norm wurde im Hinblick auf die Maschinenlesbarkeit von Dokumenten entwickelt. Entsprechend unleserlich für Menschen ist aber auch die Schreibweise wie z.B. +49 8161 234936–0 oder 08161 234936–0. Es gibt nur noch Leerzeichen zur „funktionellen Spationierung“ und bis auf das Plus (vor der Ländervorwahl) und dem Minus (vor Durchwahlen) sind keine anderen Zeichen zur optischen Gliederung vorgesehen.
Ich bin ein Freund von Konventionen und Regeln wenn sie das Leben leichter machen. Die DIN wurde ausdrücklich zur besseren Maschinenlesbarkeit von Dokumenten entwickelt. Doch unsere Visitenkarten sollen von Menschen gelesen werden und die können Zahlenkolonnen naturgemäß schlecht erfassen. Immerhin werden auch Bankleitzahlen und Kontonummern weiterhin durch Leerzeichen optisch gegliedert. Was tun?
Geholfen haben uns letztlich drei Aussagen, die wir im Web gefunden haben:
- „DIN-Normen haben Empfehlungscharakter und sind keine Vorschrift“,
- „Lerne die Regeln um sie zu brechen“ und
- „Das Datum schreibt auch kaum jemand DIN-konform 2007–12–10“.
Daher kommen die Telefonnummern nun ganz altmodisch auf unsere Visitenkarten: Von hinten her in Zweiergruppen durch Leerzeichen getrennt. Und zwischen Ortsvorwahl und Telefonnummer steht nun ein altmodischer Schrägstrich, also alles wie gehabt.

Weitere Überlegungen zu den Visitenkarten waren:
- Soll man die Landesvorwahl angeben? Also noch eine +49 auf die Karte setzen? Unsere Zielkunden sind allesamt in Deutschland. Sollten wir mal expandieren gäbe es dann sicherlich englischsprachige Visitenkarten mit entsprechenden internationalen Angaben.
- Muss man heutzutage noch „E-Mail“ und „Web“ vor die entsprechenden Angaben schreiben? Wir haben uns dagegen entschieden.
- Brauchen wir wirklich eine Faxnummer auf unseren Visitenkarten? Wir haben sie weggelassen, da wir überwiegend per E-Mail und Telefon kommunizieren. Kunden werden damit auch weniger dazu verleitet, ihre Textinputs für ihre neue Website handschriftlich per Fax zuzustellen.
- Wenn dann die Telefonnummer die einzige Nummer auf der Karte ist, könnte doch auch gleich das „Tel.“ vor der Telefonnummer wegfallen? Das war uns das dann doch etwas zu gewagt.

Jan Kurschewitz |
Donnerstag, 13. Dezember 2007, 16:22 Uhr
Finde ich allesamt nachvollziehbar die Entscheidungen, hätte ich wohl ähnlich gemacht.
Servus Jan! Hehehe, eine weise Entscheidung. Das sagt ein Schriftsetzer (fast) alter Schule. Menschenlesbarkeit geht vor Maschinenlesbarkeit. Außerdem sind Maschinen ja mittlerweile auch nicht mehr so blöd und kapieren auch diese Oldschool-Schreibweise. Grüße aus der Dr.-von-Daller-Straße! :)
Nebenbei: mir kommt die Grundschrift auf der VK etwas klein vor, kann das sein? V.a. deine Name geht da fast etwas unter – oder liegts an der Perspektive?
Die Schrift ist in 7 Punkt gesetzt. Komm doch mal vorbei und beurteile die Visitenkarte selbst ;-)
Ich weiß ja nicht wohin – hab ja keine VK von Dir!!! ;)
Bravo! Aber auch der Doppelpunkt hinter „Tel.“ ist m. E. verzichtbar – und mit „Fon“ (man sagt ja auch Fax!) wird sogar noch der dritte Punkt von „Tel.:“ vermieden! (Ist ja keine Blindenschrift! ;-)