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Newsletterversand unter falschem Vorwand

Mittwoch, 23. September 2009 von Jan Kurschewitz
5 Kommentare

E-Mail-Spam-MüllHeute fand ich mal wieder zwei „Newsletter“-E-Mails im Posteingang, die unter falschem Vorwand verschickt wurden.

Eigentlich sind beide E-Mails Spam und tragen auch keinerlei persönliche Anrede, wie man es bei einem professionellen Newsletter, für den man sich aus Interesse anmeldet, eigentlich erwartet. Die Absenderfirmen sind mir völlig unbekannt – bisher.

Belügen des Empfängers gleich im ersten Absatz

Im einen E-Mail heißt es

„Noch einmal vielen Dank, dass Sie unseren Newsletter weiter beziehen möchten.“

Dreist. Im anderen Newsletter werden wilde Verrenkungen gemacht, um ihn zu legitimieren:

„Wir haben unseren Shop vor kurzem aktiviert. Die Daten wurden aus einem nicht mehr aktivem Shop übernommen. Hier waren im Newslettersystem auch Ihre Daten enthalten. Wir hoffen daher das Sie diesen Newsletter nicht als Spam ansehen. Wir würden uns freuen wenn Sie auch weiterhin diesen erhalten möchten.“

Der Shop sieht allerdings nicht nach „vor kurzem aktiviert“ aus sondern riecht schwer nach den Neunzigerjahren (des vorigen Jahrtausends).

Kein klassischer Spam

Der Versender ahnt also schon, dass sich der Empfänger ärgert und belästigt fühlt. Anstatt seriöse Onlinemarketing-Maßnahmen zu ergreifen werden schlecht aufgemachte und noch schlechter getextete Spam-Mails an vermutlich billig erworbene E-Mail-Adressen verschickt. Wohl in der Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Lage des eigenen Unternehmens dadurch bessert und mit dem beruhigenden Gefühl, „dass man ja was getan hat“. Wenn man also demnächst Pleite geht, ist das dann nicht die eigene Schuld.

Bei den beiden Mails – und vielen anderen – handelt es sich anscheinend nicht um klassischen Spam, in dem kraftverleihende Pillchen oder die Optimierung von Körperteilen beworben wird. Die Versender existieren wirklich, betreiben Websites und sind anscheinend wirklich im Glauben, mit Spam und zweitklassigen Websites Geschäfte mit den Empfängern machen zu können.

Besser nicht nachmachen

Die Versender sind entweder schlecht oder gar nicht beraten. Wir raten unseren Kunden daher zur Vorsicht beim E-Mail-Marketing. Der unbedachte Versand von „Newslettern“ an die eigenen Kunden oder potenzielle Neukunden kann ganz schnell nach hinten losgehen. Nicht personalisierte Mails, zu lange, nicht zielgerichtete Texte, zu häufiger Versand, dicke Attachments, etc. verkehren eine gutgemeinte „Marketingkampagne“ ganz schnell zu einem Image-Desaster.

Was machen Sie für Erfahrungen? Verschicken Sie selbst Newsletter? Wie gut planen Sie diese Kamagnen und berät Sie jemand dabei? Und worüber ärgern Sie sich bei schlecht gemachten Werbe-Mails?

Autor-Icon Jan Kurschewitz | Datums-Icon Mittwoch, 23. September 2009, 8:48 Uhr
Kategorie-Icon E-Commerce, Marketing
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5 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kommentar 1
    Autor-Icon Marcus Obermeier
    Datums-Icon 29. Oktober 2009 um 16:45 Uhr

    Gut geschrieben!
    „Newsletter“, wie der oben beschriebene, verdienen eigentlich noch nicht einmal den Namen Newsletter.
    Das liegt für mich schon fast mit den „Sie haben gewonnen“-Anrufen (ohne dass man tatsächlich an einem Gewinnspiel teilgenommen hat) auf einer Ebene.

    Derartige „Newsletter“ sind in meinen Augen nichts anderes als Spam.

    Seriöse Firmen sollten es tunlichst unterlassen derartige Mails zu versenden. Abmahnungen und Imageschaden sind hier vorprogrammiert.

    Ein Bekannter von mir (Datenschutzbeauftragter für mehrere Webshops) verlangt in solchen Fällen immer eine schriftliche Aufklärung darüber, warum er angeschrieben wurde und wie die Firma in den Besitz seiner Email-Adresse gekommen ist.
     –> Man hat ein Recht auf derartige Auskünfte. Solche Anfragen führen normalerweise zu Schweißperlen auf der Stirn des Datenschutzbeauftragten, wenn die Firma sich zuvor nicht zu 100 % an geltendes Recht gehalten hat.

    Man muss ja nicht so hart auf unerwünschte Newsletter reagieren aber bevor man selbst derartige Newsletter verschickt sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass jeder Angeschriebene eine schriftliche Auskunft über die Rechtmäßigkeit der Mail verlangen kann. Deutsche Gerichte bestrafen Spam inzwischen relativ hart.

    Neben dem Imageschaden kommen hier auch noch empfindliche Strafzahlungen in Betracht.

    Newsletter sind ein starkes Marketinginstrument aber man sollte sich dabei immer an geltendes recht halten. Für Newsletter wird derzeit als einzige legitime Art der Versendung von Emails die Double-Opt-In-Methode angesehen.

  2. Kommentar 2
    Autor-Icon Jan Kurschewitz
    Datums-Icon 29. Oktober 2009 um 16:57 Uhr

    Hehe, ich glaube ich mache mir bei Gelegenheit wirklich mal den Spaß von meinem Auskunftsrecht Gebrauch zu machen. Laut § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes muss nämlich, wie Du auch schreibst, jede Firma Auskunft geben.

    Habe gerade gegooglet und hier mehr gefunden: daten-speicherung.de – Auskunftsrecht

  3. Kommentar 3
    Autor-Icon Tina
    Datums-Icon 23. November 2009 um 11:22 Uhr

    Ich habe extra eine Email-Adresse, an die nur nervige Werbemails gehen. Dann leere ich einmal in der Woche den Posteingang und fertig. Klappt super.

  4. Kommentar 4
    Autor-Icon thomas
    Datums-Icon 5. Januar 2010 um 19:14 Uhr

    Newsletter ist schon nervig. Für vielle aber Notwendig. Leider wird meistens aus Newsletter nur Spam

  5. Kommentar 5
    Autor-Icon Krise
    Datums-Icon 8. November 2016 um 10:26 Uhr

    Newsletter sind nun mal ein tolles Marketingtool. doch mich ärgert es wenn ich in der mail keine Möglichkeit finden den Letter abzubestellen.

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