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Keine Steuernummer ins Impressum

Donnerstag, 8. März 2007 von Jan Kurschewitz
20 Kommentare

caramba.jpgIn vorauseilendem Gehorsam hat letztens wieder ein Kunde „lieber mal zu viele“ Angaben ins Impressum seiner Website gepackt. Unter anderem auch seine Steuernummer. Das ist nicht nur unnötig, sondern öffnet auch Missbrauch Tür und Tor. Ich finde es kritisch genug, dass man seine Steuernummer auf Rechnungen angeben muss – wenn man keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hat.

Und da liegt genau der Unterschied. Jedes Unternehmen in Deutschland hat eine Steuernummer, klar. Eine USt-IdNr. dagegen nicht. Diese muss man extra beantragen, wenn man Handel mit Ländern im europäischen Binnenmarkt betreibt.

Für das Website-Impressum gilt: Hat das Unternehmen eine USt-IdNr., muss (!) diese im Impressum angegeben werden. Gibt es keine, muss gar nichts angegeben werden. Die normale Steuernummer gehört also nie ins Impressum einer Homepage.

Kurzer Exkurs: Auf Rechnungen ist seit 1. Juli 2002 die Angabe der normalen Steuernummer Pflicht! Außer man hat eine USt-IdNr., dann darf man stattdessen diese verwenden.

Alles so kompliziert? Finde ich auch und bin eigentlich gar kein Freund von Vorschriften‑ und Verwaltungskram. Dennoch wird es demnächst hier noch etwas zur Impressumspflicht für Websites allgemein geben. Seit 1. März 2007 gibt es nämlich das neue Telemediengesetz, auch wenn dieses wenig Änderungen bei der Pflicht zur Anbieterkennung mit sich bringt.

Dieser Beitrag stellt natürlich keine Rechtsberatung dar. Fragen Sie zu Ihrem konkreten Fall bitte Ihren Anwalt.

Autor-Icon Jan Kurschewitz | Datums-Icon Donnerstag, 8. März 2007, 15:16 Uhr
Kategorie-Icon Recht
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18 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kommentar 1
    Autor-Icon Joel
    Datums-Icon 7. April 2008 um 18:12 Uhr

    Vielen Dank für den Tipp hat mir eben sehr geholfen. Danke =)

  2. Kommentar 2
    Autor-Icon Zoltan
    Datums-Icon 18. Juni 2008 um 14:35 Uhr

    Vielen dank für den Blog, darf ich auf diese Webseite verlinken? Eine kurze E-Mail mit der Erlaubniss wäre sehr nett.

    Grüße
    Zoltan

  3. Kommentar 3
    Autor-Icon Steffen Christofori
    Datums-Icon 5. November 2008 um 00:23 Uhr

    habe heut eine Email erhalten: „…….Sollte innerhalb von 1 Woche auf Ihrer Webseite keine Steuernummer stehen wie gesetzlich vorgeschrieben, werden wir Anzeige erstatten…….“

    Dank dieser Infos bin ich ja beruhigt, habe nur eine „normale“ Steuernummer. Diese Abmahner sind so besch…..

  4. Kommentar 4
    Autor-Icon Jan Kurschewitz
    Datums-Icon 5. November 2008 um 08:38 Uhr

    Allein schon die Formulierung Deines kurzen Auszugs lässt mich vermuten, dass da ein Dilettant am Werke ist: a) Kein Anwalt würde schreiben „binnen einer Woche“, sondern würde ein konkretes Datum, evtl. sogar Uhrzeit setzen und b) „werden wir Anzeige erstatten“ ist auch falsch, da eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung keine „Anzeige“ ist. Ansonsten: Ohne Gewähr, ich bin kein Anwalt!

  5. Kommentar 5
    Autor-Icon Benjamin
    Datums-Icon 25. Januar 2009 um 17:20 Uhr

    „Vielen dank für den Blog, darf ich auf diese Webseite verlinken?“

    Schon schlimm, wenn die Leute heutzutage schon Angst haben, jemanden zu verlinken – Ist doch irgendwie normal im Web oder nicht? Ansonsten, hilfreicher Beitrag.

  6. Kommentar 6
    Autor-Icon thomas
    Datums-Icon 1. September 2009 um 17:42 Uhr

    @Benjamin: früher gehörte es zum guten ton im internet, zu fragen bevor man eine seite verlinkte. aber da gabs auch noch keine google pageranks :)

  7. Kommentar 7
    Autor-Icon Fragezeichen fragt sich
    Datums-Icon 9. Februar 2010 um 07:02 Uhr

    Habe gestern beim Bundeszentralamt für Steuern und dem Finanzamt nachgefragt. Mit der normalen Steuernummer kann nach Meinung der Kollegin dort weniger Missbrauch getrieben werden, als mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ein Anrufer erhält beim Finanzamt keine Auskunft (Steuergeheimnis). Eine im Internet ersichtliche UId-Nummer kann von Dritten schon für andere Zwecke genutzt werden. Ich finde es persönlich nicht kritisch, eine Steuernummer auf eine Rechnung zu schreiben und diese an die jeweilige Buchhaltung und Finanzabteilung zu adressieren. Werden die sicher nicht im hauseigenen Kundennewsletter verbreiten. Manchmal wundere ich mich, was in Foren so verbreitet wird. Meine Meinung, bin kein Anwalt.

  8. Kommentar 8
    Autor-Icon Petra Rabe
    Datums-Icon 14. Mai 2010 um 21:53 Uhr

    Habe vor kurzem ein Impressum für eine Website erstellt.Natürlich habe ich keine Steuernummer angegeben.
    Warum auch?
    Letztendlich reicht es doch,wenn ich Angaben auf meiner Steuererklärung mache.Geht doch sonst niemanden etwas an,finde ich.Insofern beruhigt mich dieser Artikel.

  9. Kommentar 9
    Autor-Icon Andreas Herrmann
    Datums-Icon 2. Juni 2010 um 13:19 Uhr

    Ja, also die Steuernummer muss ins Impressum, dass ist auch meine Kenntniss.

  10. Kommentar 10
    Autor-Icon Brosy
    Datums-Icon 11. Juni 2010 um 20:01 Uhr

    Ich habe meine Steuer-Nr. auf allen meiner Seiten angegeben und dachte auch das das Pflicht wäre. Danke für die Aufklärung.

  11. Kommentar 11
    Autor-Icon Ralf Pregens
    Datums-Icon 22. Juli 2010 um 14:11 Uhr

    Ohne Angabe der UStNr. verläßt bei uns auch keine Webseite den Testserver in Richtung online-Freiheit. Vielen Dank für den Beitrag zum Thema!

  12. Kommentar 12
    Autor-Icon Gaby Graas
    Datums-Icon 15. März 2011 um 20:09 Uhr

    Bei Privaten Webpages gehört keine Ust.-Nr. in das Impressum (Familienseiten, Hobbyseiten…etc.)!!!
    Bei Gewerblichen Webseiten ist es anders. Hier sind die Seiten weltweit erreichbar – und bekanntlich wird über die Pages Handel betrieben oder ein Handel beworben. Von daher gehört dort die Ust.-ID rein – aber nicht die Ust.Nr. ….und wenn eine Page seriös ist… sollte das einsetzen der Ust.-ID auch kein Problem sein …solange ich keine Ust.-ID vom Kunden habe, geht die Seite auch nicht online… ;)

  13. Kommentar 13
    Autor-Icon Rechtssichere Website
    Datums-Icon 8. Juni 2011 um 17:09 Uhr

    Gute Zusammenstellung, auf die ich beim Googeln zum Thema gestoßen bin. Allerdings, und das übersehen viele, bedeutet ein ausreichendes Impressum noch lange keine rechtssichere Website.

  14. Kommentar 14
    Autor-Icon Rechtssichere Website
    Datums-Icon 8. Juni 2011 um 17:10 Uhr

    ach so, wer weitere Anregung zum Thema sucht, kann ja mal auf http://www.websites-rechtssicher-gestalten.de klicken. Dort gibt es weitere Anregungen. (Link bitte löschen, falls unerwünscht)

  15. Kommentar 15
    Autor-Icon Stefan Jakolin
    Datums-Icon 28. Juli 2011 um 18:48 Uhr

    Danke nochmal für den aufklärenden Artikel. Ich hoffe er wird bei Gesetzesänderungen angepasst. Grüße

  16. Kommentar 16
    Autor-Icon Verwirrt
    Datums-Icon 18. Dezember 2013 um 10:00 Uhr

    Schön, das hier alles wiedersprüchlich ist.

    Es wäre ein amtlicher Hinweis nett, wie es tatsächlich ist, bei Gewerbeseiten.

  17. Kommentar 17
    Autor-Icon Jan Kurschewitz
    Datums-Icon 18. Dezember 2013 um 11:48 Uhr

    „Amtlich“ können wir nichts sagen. Aber widersprüchlich ist da nichts: Keine Steuernummer des Finanzamts ins Impressum. Die Umsatzsteuer-ID-Nummer dagegen schon. So einfach :-) Vielen – auch unseren Kunden – ist nur oft der Unterschied der beiden nicht klar!

  18. Kommentar 18
    Autor-Icon Fisch
    Datums-Icon 19. Januar 2014 um 16:18 Uhr

    Danke hat mir gerade eben sehr weitergeholfen.

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