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Firmen informieren sich im Internet über Bewerber

Freitag, 21. August 2009 von Jan Kurschewitz
4 Kommentare

Wie die Tagesschau und einige Internet-Newsdienste heute berichten, informieren sich immer mehr Firmen über Bewerber im Internet und laden dann womöglich gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch.

Für uns kaum überraschend. Dem Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) war das aber tatsächlich eine Studie wert mit dem sperrigen Titel: „Umfrage zu Haltung und Ausmaß der Internetnutzung von Unternehmen zur Vorauswahl bei Personalentscheidungen„.

Natürlich recherchieren wir

Selbstverständlich checken wir Bewerber z.B. auf die seinerzeit von uns ausgeschriebene Stelle als Webdesigner/Webdesignerin kurz durch. Viele haben ohnehin eine XING-Seite oder eine eigene Website mit Profil bzw. Online-Bewerbung. Von vielen finden wir Postings in Foren oder Kommentare zu Blogbeiträgen, je nach bemühtem Online-Tool auch Amazon-Wunschlisten oder Youtube-Videos. Das ist oft gut, gibt vielleicht sogar einen Ansatz für etwas Small Talk und aussagekräftiger als weichgewaschene Bewerbungsfloskeln.

Verdächtig wäre es bei der Zielgruppe „Webdesigner“ oder „Webentwickler“, wenn man über einen Bewerber gar nichts finden würde. Denn wer in unserer Branche tätig ist, sollte auch aktiv am Internetgeschehen teilnehmen und wird sich hoffentlich mit guten Beiträgen im Web beteiligen. Noch schöner, wenn man seinen Namen sogar als kreativen Webdesigner im Impressum einer ästhetischen Firmen-Website findet.

Schlechte Nachbarschaft

„Gar nichts finden“ ist eher selten. Ein potentieller Bewerber namens „Peter Müller“ würde dagegen in der Anoynmität der Masse untergehen und wäre schwer zu recherchieren. So muss man bei jeder Recherche auch darauf achten, nicht andere Personen mit identischem Namen wie dem des Bewerbers zu berücksichtigen.

So brachte eine Recherche kürzlich ein Gerichtsverfahren in Pennsylvania, USA zutage, bei dem eine Person gleichen Namens illegaler Methoden beim Betrieb eines Fitnesstudios bezichtigt wurde.

Probe aufs Exempel: Sich selbst googeln

Jeder Bewerber sollte mal nach seinem eigenen Namen recherchieren und prüfen, in welcher Nachbarschaft er sich befindet. Und einen potentiellen Arbeitgeber gegebenenfalls darauf hinweisen, wenn Namensvettern im Web unvorteilhaft rüberkommen. Auch das zeugt von Medienkompetenz.

Autor-Icon Jan Kurschewitz | Datums-Icon Freitag, 21. August 2009, 21:54 Uhr
Kategorie-Icon Agenturleben, Suchmaschinen
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4 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kommentar 1
    Autor-Icon Sarah
    Datums-Icon 1. September 2009 um 14:31 Uhr

    Naja, ich glaube das ist schon seit langer Zeit so… ich selbst würde mich über die Bewerber für mein Unternehmen selbst informieren.Ich sehe doch gar nichts schlimmes…

  2. Kommentar 2
    Autor-Icon Internetagentur Netshake
    Datums-Icon 5. September 2009 um 15:17 Uhr

    Was ist daran schlecht, wenn man nicht was privates sucht, sondern Referenzen und Projekte von Bewerbern?

  3. Kommentar 3
    Autor-Icon Julia
    Datums-Icon 20. November 2009 um 17:30 Uhr

    Wenn ich ein entsprechendes Profil im Netz anlege, Beiträge mit meinem Namen verfasse usw, dann weiß ich ja in der Regel schon, dass das jeder andere lesen kann – wahrscheinlich auch noch in 5 Jahren. Meist legt man solche Profile ja genau mit dieser Berechnung an: Referenzen zeigen etc.
    Wer manche Sachen nicht öffentlich haben will, der muss ja nicht seinen Namen hinterlassen.

  4. Kommentar 4
    Autor-Icon Stefan Bihl
    Datums-Icon 1. März 2010 um 13:02 Uhr

    Eine kurze Recherche bei Google werden sicherlich nicht nur Personaler vornehmen, auch bei neuen Geschäftskontakten suchen diese wahrscheinlich häufiger kurz bei Google. Manchmal machen Namensvetter da einen weniger guten Eindruck. Eine zu meinem Namen passende Amazon Wunschliste wartet derzeit mit einer, aus meiner Sicht, wenig überzeugenden Empfehlung auf. Immerhin steht ein anderer Ort dabei.

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